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Chronik
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Was in Berlin möglich war, das sollte auch in München gehen!
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Meine Postler laufen treppauf, treppab, die haben Sport
genug! Es ist nicht überliefert, wie der Präsident der
Oberpostdirektion München, Herr Droll, gebaut war. Ob er
athletisch und drahtig hinter seinem Schreibtisch saß oder
sich vielleicht doch eher behäbig und dickbäuchig in seinen
Sessel flätzte. Sicher ist jedenfalls, dass ihn der Geist
des Deutschen Turnfestes, das 1924 auf der Theresienwiese
stattgefunden hatte, nicht erfasst hatte. Sonst hätte er
nicht versucht, den wie viele andere Münchner vom
Sportfieber befallenen Postschaffner Hermann Falter mit
obigem Satz abzuspeisen, als er 1925 um die Genehmigung
bat, einen eigenen Postsportverein zu gründen.
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Herr Droll also komplimentierte den schlanken, groß gewachsenen
und bewegungssüchtigen Schaffner vom Postamt 2 wieder hinaus
und dachte, die Sache sei damit erledigt. Doch da hatte er
sich geirrt. Der Anblick der turnenden Massen auf der
Theresienwiese, das dabei entstandene Gemeinschaftsgefühl
und die bunte Fröhlichkeit der gesunden Betätigung, die er
bei dem Fest beobachtet hatte, hatte den Mann so sehr
beeindruckt, dass keine Obrigkeit ihn von seinem Vorhaben
abbringen konnte. Die Idee, im Kreise seiner Kollegen die
Muskeln zu trainieren, war einfach zu gut, um sie aufzugeben.
Wasser auf Falters Mühlen war überdies die Tatsache, dass es
in Berlin bereits einen Postsportverein gab. Und was in Berlin
möglich war, das müsste doch auch in München gehen! Ganz
schlau fing es der brave Schaffner nach der Absage durch
Herrn Droll an. Er setzte sich einfach über den lästigen
Dienstweg hinweg und telegrafierte direkt nach Berlin, sozu
sagen zu den Vorgesetzten des unsportlichen Herrn Droll,
direkt ins Reichspostministerium. Doch welch eine Schmach!
Auch dort schien man lieber hinterm Schreibtisch zu hocken
als sich zu bewegen. Sage und schreibe 25 mal musste Falter
sein Telegramm schicken, um endlich die lang ersehnte Antwort
zu bekommen: Die Gründung eines Postsportvereins wurde
genehmigt. Dass Falter nicht falsch gelegen hatte,
bewiesen die Zahlen der Interessenten. Bei einer ersten
Versammlung im April 1926 im Gasthof "Polnischer Hof"
wurden auf der Stelle 300 Aufnahmeanträge ausgefüllt.
Bei der offiziellen Gründungsversammlung im Mai 1926
im "Bavariakeller", bei der Falter übrigens zum 2.
Kassierer ernannt wurde, waren bereits 500 Sportsfreunde
zugegen. Schon im Jahr 1929 war die Zahl der Mitglieder
auf 1000 angewachsen, 1933
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waren es 2200, 1939 zählte der Verein 3750 Sportler.
Die Qual der Wahl hatten die Mitglieder des Post SV
schon von Anfang an. Neun Abteilungen wurden noch bei
der Gründungsversammlung ins Leben gerufen. Zwar sollten
Fußball, Leichtathletik und Turnen die Hauptsportarten sein,
doch konnte man sich außerdem noch für
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Schwimmen oder Ringen, Tennis oder Bergsport, Schießen
oder Jui-Jitsu entscheiden...Und natürlich gab es auch
sofort Turnen für Kinder. Eine 400 Meter Aschenbahn mit
sechs Bahnen auf einem weitläufigen Gelände in der
Arnulfstraße, die 1927 fertig war, war die erste sichtbare
Heimat des Post SV. 1928 standen auch ein Klubheim, eine
Halle und ein Geschäftszimmer sowie großzügige Badeanlagen.
1930 folgte der Bau einer Holztribüne, einer Kleiderablage
und einer Heißluftanlage. In diesem Jahr erhielt auch die
schwarze Aschenbahn eine rote Decke. Die 1930 noch von der
Oberpostdirektion abgelehnten Tennisanlagen konnten 1933
endlich doch eröffnet werden. Als nächstes standen eine
Anlage für die Sportschützen und Kegelbahnen auf der
Wunschliste. Nach einer Bittfahrt zum Ministerium nach
Berlin gab es Geld für diese Projekte. Im Oktober 1934
wurde außerdem der Pachtvertrag für eine zweite Skihütte
unterschrieben. Im Oktober erhielten die "treppauf und
treppab laufenden" Postler erstmals dienstfremde
Verstärkung.
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Da die Polizei in die Wehrmacht überführt wurde, musste
der Polizei Sportverein aufgelöst werden. Die Postler
hatten ein großes Herz und nahmen die Heimatlosen auf.
Ihre Funktionäre erhielten eigene Abteilungen, so dass
die Anpassung harmonisch verlief. Ein Polizist war
übrigens Ludwig Jall - ein Name, der im Post-SV noch
Geschichte schreiben sollte. Nicht zuletzt mit Hilfe der
Polizeisportler erreichte der Post SV 1937 seinen Mitglieder
Höchststand von 3750.
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1939 kam der Krieg, der natürlich auch am Post SV nicht
spurlos vorüber ging. Immer länger wurde in der
Vereinszeitung die Gedenkliste der toten Postsportler.
Mehr als 250 von ihnen fielen im Zweiten Weltkrieg.
Ende 1944 trug auch die Sportanlage einen Schaden durch
den Krieg davon. Eine Bombe traf die große Halle und das
Klubheim, die völlig abbrannten. Der Umkleidetrakt befand
sich im Keller und konnte gerettet werden. Auch nach dem
Krieg ging es für die Postler nicht rosig weiter. Im Mai
1945 wurde der Sportplatz zur Truppenbetreuung für die
einmarschierten Amerikaner ausersehen. Die Sportler
bekamen zu hören, sie hätten dort nichts mehr zu suchen.
Wenig später sollte der Verein ganz aufgelöst werden,
durfte dann aber unter dem Namen "Verein für Leibesübungen
1926"
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(VfL 1926) weiter bestehen bleiben. Als 1952 Firmensport
wieder erlaubt war, nahm der Post SV seinen alten Namen
wieder an. Einer der großen Meilensteine in der Geschichte
des Post SV war der Umzug auf das Gelände an der
Franz-Mader-Straße im Jahre 1972, dem Olympiajahr.
Nach dem Krieg hatten die Sportler eine lang Dürrezeit
mitgemacht. Erst 1956 konnte mit Unterstützung der Post
mit dem Wiederaufbau des zerstörten Geländes an der
Arnulfstraße begonnen werden. Doch schon bald kam die
nächste Hiobsbotschaft: Das Sportgelände an der
Arnulfstraße wurde für den Neubau des Postamtes München 3
benötigt, die Sportler mussten weichen. Das Ersatzgelände
an der Franz-Mader-Straße stellte die Stadt zur Verfügung,
die Bundespost übernahm weitgehend die Finanzierung des
Bauvorhabens. Am 21. April 1972, in der Vorfreude
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auf die Olympiade in München, wurde der 7,5 Millionen Mark
teure Postsportpark eröffnet.Eine verdiente Belohnung nach
zehn Jahren Vorarbeiten und Verhandlungen. Als besondere
Ehre empfanden es die Sportler, dass ihre neue Anlage auch
als Trainingsstätte für die Olympiade genutzt werden würde.
"Die Gesamtanlage muss mit Sporttreibenden, gleich welchen
Geschlechts und Alters, bevölkert werden!" verlangte damals
der Vereinsvorsitzende Ludwig Jall. Das liessen sich die
Post-Sportler nicht zweimal sagen - noch heute kann man
Tag für Tag bewundern, wie gehorsam sie ihrem alten
Vorsitzenden noch immer sind.
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Bilder:
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Ein Gruppenbild von einer Abteilung des Post SV vor der Halle an der Arnulfstraße von 1931.
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Vorübergehend war eine Baracke Treffpunkt der Post SV Aktiven. Nach einem Bombenanschlag 1944 wurde sie 1945 wieder aufgebaut.
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Die neue Heimat des Post SV auf dem Gelände in der Arnulfstraße, erbaut 1948.
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